Zollhaus Bautzen

 

Das Zollhaus oder Akzise Haus gehört seit 1997 zum Portfolio und wurde inzwischen an einen neuen Eigentümer übergeben.

Es liegt in erster Lage in Bautzen und war leider dem Verfall komplett preisgegeben. Rainer Capitain konnte das damals noch traurige Objekt erwerben und hat es denkmalgerecht saniert. Unter den Regenrinnen fanden sich historische Farbmarken, die von der Firma Keim Farben originalgetreu nach gemischt wurden die Immobilie nach wie vor erstrahlen lassen.

Auf dem Dach befindet sich inzwischen eine 70 m² große Terrasse, von der Mann, die Bautzener Silhouette bewundern kann. Vom Hof aus führt eine 9 m hohe, verzinkte Treppe, hervorragend geplant, konzipiert und hergestellt vom Altmeister des Metallbau Sturm aus Burkau bequem auf die Terrasse. Die Treppe liegt auf der äußeren Stadtmauer und windet sich dann geschickt in die Höhe.

Die Immobilie liegt zwischen beiden Stadtmauern, und im Hof befindet sich eine mit Granitsteinen gesetzte und Granitplatten 1,8m hohe überdünkerte ehemalige Kloake, die schon im Schreiber Plan verzeichnet ist. Jetzt wird der Schacht als Regenwasserableitung runter zur Spree benutzt und man kann ihn bis hoch zur Vogel Kreuzung begehen.

Im Hof des wunderschönen Ensembles befinden sich zwei überdachte Parkplätze, über denen sich Wiese und ein kleiner Teich befindet, der aus einem 8 m langen 50 cm Durchmesser messenden Stahlrohr, mittels Wasserfall gespeist wird.

Über die Jahre wechselten die Bewohner in längeren Abständen, und es zeigt es sich, dass die Immobilie besonders bei Künstlern sehr begehrt war.

So wohnte dort auch die Bautzener Tradition Künstlerin Friedel Schmidt-Möser Die zahlreiche Stadt Ansichten auf Leinwand brachte. Sie wird heute noch auf der Denkmal Tafel der Stadt Bautzen gewürdigt:

„Ehemaliges Akzisehaus | Něhdyši akcizowy dom | Former excise house | Ancienne maison ďaccise”

1766 wurde an dieser Stelle ein Gebäude als Akzisehaus errichtet, in welchem die 1705 in der Oberlausitz eingeführte Generalkonsumtionsakzise abverlangt wurde. Es handelte sich dabei um eine landesherrliche Verbrauchssteuer, die von Handelsleuten und Konsumenten zu zahlen war. Hier galt sie für den Stadtzugang über die Fischerpforte oder das Mühltor. Zum 1. Januar 1834 wurde die Zahlung der Akzise aufgehoben, das Gebäude 1859 an Private verkauft.

Ihre gesamte Lebenszeit verbrachte die Malerin Friedel Schmidt-Möser (1906 bis 1985) in diesem, ihrem Geburtshaus. Autodidaktisch eignete sie sich das Zeichnen und Malen an und schuf so ein künstlerisches Werk, welches ihre enge Bindung zur Heimat in zahlreichen Bautzener Stadtansichten und Landschaftsbildern des Lausitzer Berglandes zum Ausdruck brachte. Auch in Reiseimpressionen, Bildnissen und Stilleben unterstrich sie ihre Naturnähe und Volksverbundenheit.“

Da das Objekt sehr historisch und sehr schön saniert war betrieb der damalige Eigentümer Rainer Capitain in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflegerin Christa Kämpe die Aufnahme in das Denkmalschutz Register. Heute ist das Objekt Teil des Denkmalpfades der Stadt Bautzen mit der Nummer 9a. Auch dem damaligen Oberbürgermeister Christian Schramm gebührt Dank für die Unterstützung der Erhaltung dieses schönen Objektes und Sanierung der kompletten Altstadt von Bautzen.